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Entwicklungshilfe ist Lebenshilfe


Umweltkatastrophen, Hungersnöte, Bürgerkriege, Epidemien, Diktaturen, Menschenrechtsverletzungen. Kaum ein Konflikt, kaum ein humanitäres Unglück, das nicht auch das Ressort von Heidemarie Wieczorek-Zeul berührt. Seit 1998 ist sie die amtierende Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.


In Berlin trafen kürzlich über 50 Nachwuchsjournalisten die Ministerin zum Gespräch. Über eine Stunde wurden die aktuellen Herausforderungen der Entwicklungspolitik diskutiert. Dabei ging es um aktuelle Themen wie den Klimawandel, die Rolle der Bildung in der Entwicklungspolitik, um Mikrokredite („ein Zaubermittel, das besondere Existenzchancen bietet“) und nicht zuletzt um die Finanzkrise und ihren Zusammenhang mit den Millenniumsentwicklungszielen.

 

Wieczorek-Zeul: „Menschenwürde, Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden können sich nur dort behaupten, wo die Menschen die politischen Prozesse durchschauen und beeinflussen können.“ Im Laufe des Gesprächs wurde deutlich, wie vernetzt Entwicklungshilfe heute ist, und auch sein muss, um mehr als nur punktuelle Erfolge zu erzielen. „Wenn dreistellige Milliardenbeträge für die Finanzkrise bereitgestellt werden, werden wir doch auch Geld mobilisieren können, um Hunger und Armut zu bekämpfen“, so Wieczorek-Zeul.

 

Besonders am Herzen liegt der Ministerin der Freiwilligendienst des ihres Ministeriums: „weltwärts“. Junge Menschen im Alter von 18 bis 28 Jahren können anstelle des Zivildienstes bei Projekten verschiedener Entsendeorganisationen im Ausland mitarbeiten. Je nach Organisation und Projekt dauert ein Einsatz zwischen sechs und 24 Monaten. Schwerpunkt ist Afrika, aber auch andere Einsätze in Entwicklungsländern in Asien, Lateinamerika und Osteuropa werden gefördert. Tätigkeiten in sozialen Einrichtungen, bei Landwirtschafts- und Umweltprojekten und im Bildungsbereich warten auf die Helfer.

 

Die ehemalige Bundesvorsitzende der Jusos ist überzeugt: „Eigene Erfahrungen in einem Entwicklungsland haben unschätzbaren Wert“.

Die Ministerin überzeugt am stärksten, wenn Sie von entlegenen Winkeln der Erde berichten kann, die sie selbst besucht hat, die dortigen Zustände schildert und so ihre Arbeit konkret werden lässt. So besuchte sie u.a. die Slums von Kalkutta und informierte sich vor Ort über die Lebensumstände der Bevölkerung.

 

Auch die Äußerungen des Papstes auf seiner jüngsten Afrika-Reise wurden thematisiert. Papst Benedikt XVI. verurteilte den Gebrauch von Kondomen als schädlich. Sie seien nicht die Lösung gegen AIDS. Angesichts der Tatsache, dass in auf dem schwarzen Kontinent etwa 30 Prozent aller weltweiten HIV-Infizierten leben, reagiert die Ministerin betont diplomatisch: „Sich zu schützen, ist die Verantwortung, die wir alle haben. Ich habe in Afrika noch nie einen anderen Würdenträger getroffen, der diese Frage anders gesehen hat, als wir“.

 

Gerade im Zeichen der Globalisierung und vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzkrise wurde erkennbar, dass Entwicklungshilfe wichtige Impulse geben kann. Wieczorek-Zeul: „Wenn wir es nicht tun, wer soll es dann tun?“



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