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DVD: Pornocracy


Einst wurden mit Erotikfilmen Milliarden verdient. Darsteller, Produktionsfirmen und Händler machten gute Geschäfte mit den anrüchigen Videos. Doch die Digitalisierung hat der Branche mehr geschadet als jeder Versuch des Gesetzgebers sie zu regulieren und in enge Schranken zu weisen. Für diese DVD ist die ehemalige Pornodarstellerin Ovidie weltweit auf Spurensuche gegangen. In zahlreichen Interviews erlaubt der Film einen Blick hinter die Kulissen der Erotikbranche. Zuschauer ab 16 können erfahren wie ein großer Internetkonzern sich in den letzten Jahren durch geschickte Zukäufe eine Art Monopol gesichert hat – und damit zu Lasten der Darsteller und der bisherigen Produzenten große Gewinne macht.


78 % der für ihre Videos bezahlten Beträge bekommt laut einem Interview nicht die Darstellerin oder der Kameramann, sondern die Website, über die der Kunde sich das Video anschaut. Das hinterlässt nicht nur auf der Stirn der seit Jahren im Geschäft aktiven Darstellerin. Andere bemängeln, dass Internetportale die Sucht nach immer neuen und härteren Filmen massiv beschleunigt hätten. Den Inhabern der großen Videoportale im Erotikbereich werden dabei menschenverachtende Methoden und Arbeitszeiten vorgeworfen. Zu Wort kommen auch Wirtschaftsjournalisten, die die international vernetzte Konzernstruktur offenlegen und darauf hinweisen, dass unklar ist, welche Personen und Investoren derzeit hinter dem digitalen Erotikkonzern stecken. Der geht in der Zwischenzeit in die Offensive und signalisiert durch Werbung an öffentlichen Orten, dass sein Geschäftsmodell zwar ungewöhnlich, in den meisten Staaten aber nicht verboten ist. In zahlreichen Interviews macht Ovidie deutlich, dass der digitale Markt dafür mitverantwortlich ist, dass die Rechte von Darstellern und Produzenten immer weniger Beachtung finden – und dass auch der Steuerzahler kein Gewinner dieser Entwicklung sein muss. Der Film sieht darüber hinweg, dass die Branche immer schon problematisch war. Heute scheinen die digitalen Plattformen mit ihrer Effizienz den Gestalten als dem Milieu immer mehr Konkurrenz zu machen. Während früher der Produzent die Darstellerin um die Früchte ihrer Arbeit brachte, sind es heute die Portale. Erschienen ist der Film bei mindjazz als DVD.



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