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Flic Flac X-Mas-Show an der Westfalenhalle


Während anderswo besinnlich Geschenke ausgepackt werden, steht bei der Weihnachtsshow des Zirkus Flic Flac in Dortmund atemberaubende Artistik im Mittelpunkt. Noch bis zum 7. Januar 2018 zeigen fast 60 Akteure aus aller Welt im schwarz-gelben Zelt eine abwechslungsreiche und verrückte Show, die die Nerven der Zuschauer kitzelt und den Adrenalinspiegel in die Höhe treibt.


Der Abend beginnt mit einem poetischen Bild. Weit über den Köpfen der Zuschauer scheint ein Engel mit großen, weißen Flügeln zu schweben. Aus seinen Schwingen regnet silbern schimmernder Glitzer. Doch schnell geht der Blick nach unten in die Manege. In der steht eine riesige Metallkugel voller Menschen, die – so die musikalische Untermalung – in der Zeit der Kälte auf der Suche nach Wärme sind. Warm wird es den meisten Zuschauern im gut geheizten Zelt schon sehr bald, denn kaum sind die Menschen aus der „Globe of Speed“ genannten Kugel verschwunden, fahren drei der Artisten der „Pinillio Moto Riders“ mit ihren Motocross-Maschinen vor. Sie lassen die Motoren aufheulen und rasen dann mit bis zu 70 km/h durch die Kugel. Die rasante Fahrt kreuz und quer und auch kopfüber durch die 6,50 m-Kugel bringt das Publikum zum Staunen. Doch damit sind die Kolumbianer um José Antonio Pinillo noch lange nicht am Limit. Drei weitere Maschinen fahren vor und in die Kugel. Nach weiteren rasanten Runden erhöht sich die Zahl der Biker schließlich auf zehn. Und auch diesen gelingt die Fahrt durch die immer enger werdende Kugel. Während die Abgasschwaden sich langsam wieder verziehen, rückt Jason Bruegger wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Er hat die Flügel abgelegt und zeigt sein Können an den Strapaten. Im hellen Licht der Scheinwerfer geht er nicht nur kopfüber in den Spagat, sondern zeigt auch eine Fülle anderer komplizierter Bewegungsabläufe. Der Auftritt erinnert an Kontorsion in der Luft und endet mit einem weiteren Spagat zwischen den beiden Leinen, bei denen Bruegger nicht einmal die Hände zu Hilfe nimmt.

 

Bei Flic Flac gibt es auch eine Menge zu lachen. Dafür garantiert der belgische Comedian Barto. Er kommt mit Fliegermütze und in orangener Hose in die Manege und verkündet den Plan durch einen engen Metallbügel zu steigen. Alles lacht, doch schon bald zeigt sich, dass Barto es ernst meint. Der Belgier hinterlässt ein beeindrucktes Publikum, denn zu seinen Talenten gehören Komik und Kontorsion. Staunen kann man auch bei Nicolai Kuntz. Er beginnt seinen Auftritt im Zuschauerraum und macht sich erst langsam auf den Weg in die Manege. Dort angekommen wirbelt er seinen Diabolo mit Präzision bis hoch unter die Zirkuskuppel und fängt ihn jedes Mal wieder auf. Bei kurzen Schwüngen setzt der Diabolo-Virtuose auf besonders hohe Geschwindigkeit. Für sein Können wurde er bei der Nachwuchsausgabe des Internationalen Circusfestivals von Monte Carlo ausgezeichnet. Anschließend zeigen drei Artistinnen aus Russland eine gelungene Mischung aus Sprüngen, Salti und Pirouetten. „Rhythm of three hearts“ beeindruckt durch synchrone Bewegungen und eine perfekt abgestimmte Choreografie. Dass auch Jonglage lustig sein kann, beweist danach Cotton McAloon. „Good Morning, Dortmund“, ruft er in die Nacht und bekennt, er sei eine unentdeckte Schwester von Wolfgang Petry. Er jongliert nicht nur im parodierten Stil von Michael Jackson, Stevie Wonder und Rambo, sondern auch im Stil verschiedener Nationen. Für Deutschland sei es wichtig, dass das Material TÜV-geprüft und biologisch abbaubar sei, frotzelt der Kalifornier.

 

Kurz vor der Pause erwartet die Zuschauer ein weiteres Highlight. Im Luftring 16 Meter über der Bühne zeigt Laura Miller gelungene Akrobatik. Dabei hängt sie kopfüber unter dem Ring und zeigt mit Grazie und Anmut die Beweglichkeit ihres Körpers. Doch dann wird es erst richtig spannend. Aus der Höhe stürzt die Artistin sich in ein gläsernes Wasserbecken. In dem geht der Auftritt weiter, der Miller auch wieder in die Luft führt. Das spritzende Wasser wird dabei genauso zum Stilmittel, wie die Flammen, die kurz darauf auf der Wasseroberfläche lodern. Luft, Wasser und Feuer vereinen sich zu einer eindrucksvollen Kulisse für den Auftritt der britischen Artistin.

 

Auch nach der Pause geht es in die Luft. Auf der Bühne sind zwei große Trampoline aufgebaut, zwischen denen ein Gerüst aus Metall und Plexiglas seht. Damit können die Zuschauer die Sprünge der sechs Artisten auf beiden Seiten der Konstruktion verfolgen. In wilder Folge springen die Artisten von den verschiedenen Ebenen des Gerüsts auf die Trampoline und lassen sich mehr als fünf Meter hoch in die Luft katapultieren. Noch höher hinaus wagt sich Nicolai Kuntz. Er wird am Sprungtrapez hoch in die Kuppel des Zeltes gezogen. Während das Trapez wie eine große Schaukel hin- und herschwingt zeigt der Artist eine halsbrecherische Choreografie. Dabei dreht er Pirouette und Salti und schafft es doch immer wieder rechtzeitig das Trapez zu greifen. Sehenswert ist auch der Einrad-Auftritt von Paul Chen. Er zeigt seine Balance auf einer für seinen Auftritt errichteten Konstruktion aus Treppen. Über diese tänzelt er mit dem Rad nach oben. Zudem zeigt er gewagte Sprünge, bei denen er das Einrad nach der Landung wieder ausbalanciert. Headliner der Show sind die Reifenspringer von „Holy Warriers“. Die zwölf Artisten des chinesischen Nationalzirkus springen durch bewegliche Reifen. Hang Ju-Inn springt dabei ganze 3,93 m aus dem Stand. Aber auch die anderen Mitglieder des mit dem Goldenen Clown ausgezeichneten Ensembles begeistern. Perfekt abgestimmt springen sie durch die nur 60 cm großen Reifen, die immer wieder ihre Position wechseln. Karten für die Show zu Preisen zwischen 24 und 54 Euro gibt es über Internet und an der Abendkasse.



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