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Schicht 1 – Flic Flac im Landschaftspark


Eigentlich wollte Flic Flac seine Show in einer der stillgelegten Hallen des alten Stahlwerks im Landschaftspark Duisburg-Nord zeigen. Doch aus statischen Gründen ist es in diesem Jahr doch ein Zelt geworden, in dem Artisten aus aller Welt ihre abwechslungsreiche Show zeigen. Todesrad und Hochseil gehören zu den artistischen Attraktionen – aber auch Moderator und Comedian Markus Krebs. Düstere Musik und wummernde Bässe liefern den passenden Soundtrack zu einer Show, die schon vom Namen her anknüpft an die alte Industrietradition des Ruhrgebiets.


Bei Flic Flac ist vieles anders, als man es sonst aus dem Zirkus kennt. Bei der Show „Schicht 1“ sitzen die Zuschauer sich auf zwei langen Tribünen gegenüber. Die besten Plätze sind dabei in der Mitte – und wie im Kino nicht unbedingt in der ersten Reihe. Zu Beginn der Show sind Artisten zu sehen, die auf einer langen Bahn Salti schlagen, menschliche Türme bauen und wie auf einem Trampolin immer wieder in die Luft springen. Es folgt ein Auftritt von zwei Artisten mit Diabolos. Die beiden nutzen die Schnüre nicht nur zum Seilchenspringen, sondern wirbeln den Diabolo auch gekonnt durch die Luft. Was mit einem gelingt, schaffen die beiden auch mit zwei und schließlich mit drei Diabolos. Zum Ende des Auftritts werden aus einem kleinen Koffer nacheinander fünf Diabolos herausgeschossen.

 

Anschließend stehen die Strapaten im Mittelpunkt. An den beiden „Seilen“ wird ein Artist hoch unter die Zeltkuppel gezogen. Bei seinem Auftritt scheint er in die Tiefe zu stürzen, doch fängt er sich an den Strapaten und federt lächelnd nur wenige Zentimeter über dem Boden. Während Scheinwerfer abwechslungsreiche Muster auf das Zelt projizieren geht der Auftritt weiter. Schließlich gleitet der Artist kopfüber hinab und bekommt den verdienten Applaus.

 

Den Abend über kommt immer wieder Markus Krebs ins Scheinwerferlicht. Er setzt auf Duisburger Lokalkolorit und erzählt zotige „Kannst du die bringen“-Witze. Die Gags zünden nur zum Teil – wohl auch, weil die Sprachübertragung zumindest bei der Premiere nicht an allen Plätzen gut zu verstehen war. Artistisch ist dafür alles vom Feinsten. In der Mitte des Zelts hat man für den nächsten Auftritt eine Hausfassade aufgebaut. An beiden Seiten stehen Trampoline. Artistinnen lassen sich von der Oberkante der „Häuser“ fallen, andere Artisten springen von einer Fensteröffnung in der Wand zur nächsten. Bei ihren Sprüngen wirkt es so, als würden die Männer einige Schritte an der senkrechten Wand hinauflaufen. Besonders gelungen: Soweit man es sehen kann, wird die Performance an beiden Seiten synchron gezeigt.

 

Wer schön öfter bei Flic Flac zu Gast war, kennt das Todesrad. Auf der sich um die eigene Achse drehenden Konstruktion zeigen Artisten gewagte Sprünge. Für „Schicht 1“ hat man sich etwas Neues einfallen lassen und ein doppeltes Todesrad entwickelt. Statt zwei sind auf den gegenläufig drehenden Rädern nun insgesamt vier Artisten im Einsatz. Diese laufen im sich drehenden Rad, aber auch an seiner Außenseite. Sie zeigen Sprünge und begeistern mit gewagten Experimenten wie dem Lauf auf dem Rad mit verbundenen Augen.

 

Nach der Pause sind die Todesräder verschwunden. Dafür steht eine riesige Rampe in der Manege. Diese erinnert an eine alpine Skischanze. Doch bei Flic Flac rasen die Artisten auf Mountainbikes und Rollern hinab. Nach dem Absprung drehen sie sich in der Luft, zeigen akrobatische Darbietungen und landen wohlbehalten auf der anderen Seite. Selbst auf Inlinern gelingt das Experiment, obwohl schon der Aufstieg über eine Treppe am Rande der Rampe halsbrecherisch aussieht. Nach dem gelungenen Auftritt hat das Diabolo-Duo einen zweiten Auftritt. Bei dem dreht sich alles um Bälle. Während die beiden zu Beginn des Auftritts zeitunglesend im Scheinwerferlicht sitzen, wirbeln sie schon bald die Bälle durch die Luft. Die umgedrehten Stühle dienen dabei als Requisit, an dem die Bälle abprallen und ihren Weg in andere Richtungen fortsetzen. Einen direkten Vergleich zwischen Motorkraft und Manneskraft bietet eine weitere Darbietung. Im Duell zwischen Biker und Breakdancer schlagen beide Salti, beweisen ihre Balance und begeistern durch die kraftvolle und präzise Darbietung. Viel Kraft braucht auch eine Pyramide aus Menschen, die kurz darauf errichtet wird. Nach der Handvoltage geht es hoch hinaus. „Wenn ich am Abgrund stehe“, erklingt es aus den Lautsprechern. Dann wagen die Seiltänzer den ersten Schritt auf das Seil. Später springt einer über andere auf das Seil gekauerte Artisten. Es wird noch gewagter: Zwei tragen eine Konstruktion, auf der ein Dritter sitzt, über das Seil. Als großes Finale kommen sieben Artisten gemeinsam auf das Seil. Sie haben eine Pyramide aus drei Ebenen gebaut und begeistern das Publikum, das sie beim großen Finale mit den anderen Artisten feiert. Karten für die Show gibt es an der Abendkasse und über Internet.



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