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Das Ziel ist im Weg – eine Suche nach dem Glück


„Was ist dein wichtigstes Ziel im Leben?“ Eine Frage, auf die vermutlich alle Menschen auf der Welt mit „glücklich sein“ antworten. Doch eben dieses Ziel scheint eher der Anfang von neuen Fragen zu sein als ihr Ende. Ist es der richtige Beruf für mich? Habe ich tatsächlich die große Liebe gefunden? Was ist der Sinn des Lebens? Gute Frage, nächste Frage. Der Schlüssel zum Glück liegt für die Philosophin Ina Schmidt in der Suche nach der persönlichen Lebenszufriedenheit, die sich im Laufe des Lebens wandeln kann. Es geht dabei nicht ums Ankommen, sondern das Unterwegssein zählt. Aber in Ruhe, damit man erkennen kann, welcher Weg der Richtige ist.


In ihrem Buch begleitet Ina Schmidt die Leser auf ihren Weg, das Glück in der Suche zu finden. Einfühlsam greift sie dabei auf Lehren der Philosophie zurück, um Fragen an die täglich benutzten Denkmuster zu stellen und dadurch neue Perspektiven zu eröffnen. Denn häufig werden im modernen Alltagsstress lediglich To-Dos für ein vermeintlich glückliches Leben abgearbeitet ohne sich genau bewusst zu sein, welche Ziele man verfolgen möchte und wie überhaupt diese Ziele aussehen sollen. Mithilfe der philosophischen Perspektive möchte Ina Schmidt die Leser ermutigen in sich hineinhorchen, denn die wesentliche Fähigkeit philosophischen Denkens besteht darin, die gewohnte Richtung der Gedankenarbeit umzukehren. Daraus entsteht eine neue Perspektive.

 

Das Buch liefert in fünf Kapiteln hilfreiche Denkimpulse und Fragen für Glücksuchende. Im ersten Kapitel geht es um die Frage, was man bei der Suche überhaupt finden kann. Dabei sieht die Autorin das menschliche Streben nach Veränderung nicht als Makel, sondern als kreative Fähigkeit, mit Unsicherheit und Wandel umzugehen. Sie erklärt, dass es bei der Suche nicht darum geht alles finden zu können, sondern eben durch diese Erkenntnis, der Welt ihr Geheimnis zurückzugegeben. Das zweite Kapitel widmet sich der Kraft der Entscheidung. Neben wertvollen Ratschlägen, wonach man seine Entscheidungen sinnvoll strukturieren und bewerten kann, kommt die Autorin zur Erkenntnis, dass man nicht immer alles richtig machen kann - selbst wenn man glaubt alles dafür getan zu haben. Dies mag nach Ernüchterung klingen, meint aber Erleichterung. Denn mit diesem Hintergrundwissen könne man nicht nur demütiger, kritischer und gleichzeitig wachsamer für gute Fügungen, Zufälle und Anastrophen sein, sondern auch lernen Misserfolge umzudeuten.

 

Auf der Suche nach dem Glück und bei Entscheidungen ist für die Autorin die eigene Intuition als „innerer Kompass“ zentral. Diese sei verlässlicher als all die Anstrengungen, die man unternimmt, um am Ende eine gute Entscheidung treffen zu können. Obwohl sich die Intuition nicht bewusst ausdrückt, wird sie über Emotionen und körperliche Signale, das Bauchgefühl, wahrgenommen. Diese kann jedoch erst ein verlässlicher Ratgeber sein, wenn sie auf ein gut gefülltes Set an Erfahrungen und eine anständige Lernkurve im Umgang mit Komplexität zurückgreifen kann. Erst dann entstehen Heuristiken, Faustregeln, auf die wir intuitiv zurückgreifen, ohne sie wirklich benennen zu können. Im letzten Kapitel lädt die Autorin Glücksuchende mit einem philosophischen Leitfaden ein, sich bewusst zu werden, in welcher Suchphase sie sich befinden.

 

Wer Freude an philosophischen Fragestellungen zum Thema Glück hat wird viele interessante Denkimpulse sowie eine innere Gelassenheit erhalten und vielleicht auch tatsächlich in der Suche das Glück finden. Erhältlich ist das Buch (ISBN 978-3-7857-2583-2) aus dem Lübbe-Verlag zum Preis von 20,00 Euro.



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