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Bahnfahren bildet


Ein heftiger Ruck, Alarm tönt aus den Lautsprechern, überall blinken gelbe Warnanzeigen: Nothalt! Doch statt Panik nur ein Lächeln auf den Lippen des Verursachers, der soeben einen Zug zum schnellen Stopp gezwungen hat.


Unsere Redakteurin im Fahrsimulator

Unsere Redakteurin im Fahrsimulator

Gut, dass wir uns nicht auf der realen Zugstrecke von München nach Stuttgart befinden, sondern auf ihrem virtuellen Pendant, dem Fahrsimulator der S-Bahn Berlin. Der Simulator gehört zur Fort- und Weiterbildungsstätte der S-Bahn, die in der Hauptwerkstatt in Berlin-Schöneweide beheimatet ist.

 

In zwei Stunden kann man hier praktisch erfahren, wie man sich als Triebfahrzeugführer (kurz: Tf) fühlt. Im Fahrsimulator konnten Beschleunigung, Bremsvorgänge und unebene Strecken am eigenen Leib in 3D erlebt und bei Regen, Schnee und Nebel durchfahren werden.

 

Die Bahn legt großen Wert auf die technischen Fähigkeiten ihrer Fahrer, schließlich muss jeder seinen Zug und  die Wagons betriebsbereit halten können. Dies kann mit einem 150 Meter langen und aus acht Waggons bestehenden S-Bahn-Zug simuliert werden - natürlich mit allen Pannen, die dazugehören. An einem Terminal muss der Fahrer diese Probleme beheben, da der Zug erst weiterfahren kann, wenn alles repariert ist. Die Gewichtung auf technische Fähigkeiten geht so weit, dass nur Personen mit einer abgeschlossenen technischen Ausbildung wie zum Beispiel Mechatroniker oder Elektriker zum Triebfahrzeugführer ausgebildet werden.

 

Auch die verschiedenen Elektro- und Dieselloktypen bedürfen eines weiteren Trainings - als Mopedfahrer kann man schließlich nicht auch gleich einen 40-Tonner fahren. Parallel zum Autoführerschein gibt es den Zugführerschein in drei Klassen 1, 2 und 3: Besitzer der Klasse 1 dürfen nur rangieren, Klasse-2-Inhaber sind berechtigt, im öffentlichen Verkehrsnetz bestimmte festgelegte Strecken zu fahren. Der Klasse 3 stehen dagegen alle Streckennetze offen. Darüber hinaus muss jeder Tf einen Schein führ den jeweiligen Loktyp erwerben, den er mit dem Führerschein immer mitführen muss.

 

Jeder Fahrer muss außerdem alle fünf Jahre sein Wissen überprüfen und aktualisieren. Hierzu hat die Bahn ein Labor für computer-basiertes Training (CBT) mit eigens programmierter Lernsoftware in Schöneweide realisiert. Auch bei der Bahn steht heute, wie in nahezu jedem Beruf, das lebenslange Lernen im Mittelpunkt.

 

Eleonore Bayerl



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