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Urlaubsidyll im Werdenfelser Land


Einst sicherte die mittelalterliche Burg Werdenfels nördlich von Garmisch-Partenkirchen eine Handels- und Heeresstraße zwischen Bayern und Italien. Heute ist von der Burg nur noch eine Ruine erhalten, doch dafür bieten die Bayerischen Alpen Touristen viele Möglichkeiten etwas zu erleben. Das gilt sowohl für Wintersportler als auch für Erholungsuchende. Erst am 21. Dezember 2017 wurde die neue Seilbahn vom Eibsee auf den Gipfel der Zugspitze eröffnet. Die spektakuläre Fahrt mit der neuen Bahn auf den höchsten Berg des Landes lässt die Besucher Zeuge von drei Weltrekorden im Seilbahnbau werden.


„Los geht´s“, heißt es auf den gut präparierten Rodelpisten auf dem Gletscher der Zugspitze. Solange genug Schnee liegt, kann man sich mit dem Rodel ins kühle Vergnügen stürzen. Wer Lenken und Bremsen erstmal ausprobieren möchte, kann auf den einfachen Familienrodelbahnen üben. Deutlich ambitionierter ist die Route ins Weiße Tal. Doch an der kommt man nicht vorbei, wenn man später zum Wetterwandeck will. Zwar fährt auch ein Lift zwischen den beiden Bereichen des Gletschers, doch talwärts darf der niemanden mitnehmen. Dafür pumpt die steile Abfahrt selbst erfahrenen Schlittenfahrern das Adrenalin durch den Körper. Während manche Bereiche sich ganz entspannt fahren lassen, muss man bei anderen bremsen oder richtig gut lenken. „Wer bremst verliert“, höre ich einen an mir vorbeirasenden Rodelprofi mit Sturzhelm und Protektoren rufen. Doch für die erste Abfahrt nehme ich mir lieber etwas mehr Zeit. Schließlich erreiche ich das Ende der Rodelpiste – und kann mit einem Lift zum Anfang einer mittelschweren Schlittenabfahrt fahren. Die verbindet steile Abfahrten mit relativ geraden Stücken und bietet zudem die Möglichkeit etwas vom schönen Alpenpanorama zu sehen.

 

Eine gute Aussicht bietet auch die Skisprungschanze am Rand von Garmisch-Partenkirchen. Samstags um 15 Uhr kann man mit einer kleinen Gruppe auf Entdeckungstour gehen. Der Rundgang beginnt am Fuß der Schanze. Dort erfahren die Gäste von Schanzenführerin Rita Walther einiges zur Geschichte der Sportanlage. Dann beginnt der Aufstieg. Zunächst geht es am Rand der Anlage hinauf in den Schiedsrichterturm. Dieser bietet in kleinen Kabinen Platz für fünf Richter, die Punkte vergeben für die Haltung der Springer. Hinzu kommen die elektronisch gemessene Weite sowie Abzüge oder Extrapunkte für die Windverhältnisse. Um all diese Faktoren in Sekundenschnelle zur abschließenden Wertung zu machen, ist im Turm außerdem viel Platz für die nötige Technik. Nach dem Blick hinter die Kulissen geht es weiter hinauf. Eine Treppe neben der Bahn für die Skispringer führt vom Absprungpunkt bis weit nach oben in den Wartebereich der Skispringer. Wer schwindelfrei ist, kann den Ausblick über Garmisch-Partenkirchen genießen und sich selbst wie ein Skispringer fühlen. Genutzt wird die Sprungschanze nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer. Dann macht der Schnee Platz für einen unter ihm liegenden, glatten Belag, auf dem auch bei sommerlichen Temperaturen weite Sprünge und sichere Landungen von der 149 Meter hohen Schanze möglich sind.

 

Ganz in der Nähe der Schanze liegt die Talstation der Eckbauerbahn. Während andere Seilbahnen mit großen Kabinen nach einem festen Fahrplan fahren, besteht diese aus kleinen Gondeln mit jeweils zwei Sitzplätzen. Daher kann man gleich nach der Ankunft einsteigen und sich auf den Berg bringen lassen. Oben wartet nicht nur die klare Gebirgsluft und ein kleiner Gasthof, sondern auch ein mit gutem Schuhwerk begehbares Wandergebiet. Bis zur bekannten Partnachklamm führt einer der Wege – soweit die Klamm nicht bei Tauwetter geschlossen ist. Noch eindrucksvoller ist die Fahrt auf die Alpspitze. Während der erste Teil der Fahrt eher unspektakulär ist, öffnet sich danach das Bergpanorama und es geht steil hinauf. In der Nähe der Bergstation beginnt nicht nur eine gute besuchte Skiabfahrt – man hat auch für Fußgänger etwas Spektakuläres geschaffen. „AlpspiX“ nennt sich eine Aussichtsplattform aus Stahlträgern, die rund 13 Meter über den Abgrund ragen. Da der Boden der Stege aus Gitterrosten besteht, kann man allen Mut zusammennehmen und sich immer weiter über den Abgrund hinauswagen bis zu den Glasscheiben am Ende der Konstruktion. Der Blick reicht rund 1.000 Meter in die Tiefe des Höllentals.

 

Auch im Tal gibt es eine Menge zu entdecken. Im Stadtteil Partenkirchen liegt die historische Ludwigstraße mit zahlreichen exklusiven Fachgeschäften. Sehenswert sind zum Beispiel die Chocolaterie, in deren Fenster ein Nachbau der Skisprungschanze aus Schokolade steht, die Goldschmiede oder der Haferlschuh-Hersteller. Insgesamt 39 Geschäfte und Handwerksbetriebe in Partenkirchen haben sich als „lebendige Werkstätten“ zusammengeschlossen und geben Besuchern einen Einblick in ihr Können. Entdecken kann man die beiden Teile von Garmisch-Partenkirchen bei einer der öffentlichen Stadtführungen. Bei der Führung durch Garmisch zum Beispiel erfährt man viel über die traditionelle Lüftlmalerei, die bis heute viele Häuser verziert. Die Stadtführerin erklärt Details zur Geschichte der Stadt, ihren unterschiedlichen Baustilen, Kirchen und der Geschichte. Garmisch-Partenkirchen ist das ganze Jahr über ein beliebtes Reiseziel. Von Ende Dezember bis Anfang April kommt seit einigen Jahren eine weitere Attraktion hinzu. Auf dem Gletscher der Zugspitze wird mit Hilfe großer Ballons ein Igludorf erbaut. Künstler gestalten die verschiedenen Schlafräume aus Eis mit Kunstwerken. Thema in diesem Winter ist die Zeit des Barock. Wer sich für eine Nacht im Iglu entscheidet, bleibt auf der Zugspitze, wenn die letzte Bergbahn längst ins Tal gefahren ist. Genau das war das Ziel des Initiators der Igludörfer. Er wollte die Bergwelt bis zum späten Abend und in aller Frühe genießen – und das möglichst ungestört. Aus seiner Leidenschaft für die Berge ist eine erfolgreiche Geschäftsidee geworden, die Touristen eine Übernachtung auf 2.600 Meter Höhe ermöglicht.

 

Gleich nach der Ankunft werden die Schlafsäcke verteilt. Wer es romantisch mag, kann sich für einen Doppelschlafsack entscheiden. Für alle anderen gibt es für Temperaturen bis -40 Grad ausgelegte Einzelschlafsäcke. Nach einem kurzen Fußmarsch kommt man im Iglu an – und hat Zeit die auf alle Räume verteilten Kunstwerke aus Eis zu entdecken. Dann ist es Zeit für ein Zusammentreffen aller Gäste in der Eisbar. Wer mag, bestellt eine Platte mit Käse und Speck. Nach dem gemütlichen Imbiss ist die Sonne längst untergegangen. Gemeinsam können die Gäste bei einem geführten Rundgang etwas Gipfelluft schnuppern und Hintergründe zur Kapelle, aber auch zum auf dem Plateau stehenden Maibaum erfahren. Wer dann noch mag kann auf einem kleinen Rodel neben der Kapelle Schlitten fahren und so die Bergwelt bei Nacht genießen. Ein atemberaubender Sternenhimmel und eine ungewohnte Stille machen diese zu einem ganz besonderen Erlebnis. Dann ist es Zeit für das eigentliche Abendessen. Auf kleinen Brennern wartet Käsefondue auf die etwas durchgefrorenen Entdecker. Während des Abendessens können diese sich zudem eintragen für Zeit im 40 Grad warmen Whirlpool und in der Sauna. Beides wurde eigens für das Igludorf auf die Zugspitze gebracht und ist eine willkommene Abwechslung zur durch die Winterkleidung dringenden Kälte. Nach einem Blick auf die Sterne aus dem Whirlpool, in den man am besten mit einer warmen Mütze steigt, geht es in die 75 Grad heiße Sauna. Dann führt der Weg zurück in die Bar – oder gleich in den hochwertigen Schlafsack. Wer mag, kann am nächsten Morgen pünktlich zum Sonnenaufgang aufstehen. Alle anderen werden Punkt sieben Uhr mit einem heißen Tee geweckt. Auch am frühen Morgen ist die Aussicht spektakulär. Ein leichter Wind weht den in der Nacht gefallenen Schnee über den Gletscher. Schneewirbel tanzen im Wind. Aufwärmen kann man sich beim Frühstück im Restaurant Sonnalpin.

 

Auf der Rückfahrt ins Tal kann man dann noch einmal genau hinschauen und die Weltrekorde der neuen Seilbahn entdecken. Dazu zählt der Höhenunterschied von 1945 Metern zwischen Berg- und Talstation, die 127 Meter hohe Stütze der Pendelbahn und schließlich der Abstand von 3213 Metern zwischen der einzigen Stütze und der Bergstation. Von der Talstation geht es weiter mit der Zugspitzbahn ins Zentrum von Garmisch-Partenkirchen. Wer möchte kann mit der für alle Urlauber ausgestellten Gästekarte nicht nur mit den regionalen Bussen fahren, sondern auch das Alpspitz-Wellenbad oder die Spielbank besuchen. Natur und Kultur – Abenteuer und Erholung – Garmisch-Partenkirchen ist eine Reise wert.



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