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Sächsischer Dreiklang


Chemnitz, Dresden und Leipzig. Im Dreiklang der drei sächsischen Städte war Leipzig stets die Stadt des Handels, der Kultur und der Musik. Wenn Touristen aus aller Welt heute auf den Spuren von Bach, Goethe und Mendelssohn unterwegs sind, treffen sie auf Zeugnisse der Geschichte, auf eine moderne Universitäts- und Einkaufsstadt und auf eine Stadt mit einem außergewöhnlich vielfältigen Kulturangebot.


Wenn Hans-Jürgen Kiesch seine Gäste durch die Stadt führt, dann gibt es viel zu zeigen und noch mehr zu erzählen. Vor dem Museum der bildenden Künste steht eine von Markus Lüpertz gestaltete Parodie auf eine Beethoven-Skulptur. Vor der alten Handelsbörse ist ein Standbild von Goethe zu sehen. Das alte Rathaus ist ein 90 Meter langer Prachtbau aus der Renaissance. Vor der Thomaskirche steht ein Bach-Denkmal. Und in Auerbachs Keller soll in einer einstigen Weinstube für Studenten der Ritt auf dem Fass aus „Faust 1“ stattgefunden haben. Doch es gibt noch viel mehr zu entdecken. Leipzig gilt als Ausgangspunkt der Schrebergarten-Bewegung. Die Stadt ist Zentrum des Buchwesens. Sie hat mit der Karl-Liebknecht-Straße eine von den Einheimischen „KarLi“ genannte Ausgehmeile. Unübersehbar ist die Bedeutung der Musik für Leipzig. Bei einem Rundgang durch die Stadt stößt man auf die Leipziger Notenspur. Der rund 5,3 km lange Rundgang verbindet die Wohn- und Arbeitsorte berühmter Leipziger Komponisten. Insgesamt 23 Stationen vom Gewandhaus über die Nikolaikirche bis hin zum Museum für Musikinstrumente bieten eine Fülle von Informationen und Eindrücken. Sehenswert ist auch das Mendelssohn-Haus. Bei einer Besichtigung kann man nicht nur die früheren Wohnräume des Komponisten ansehen, sondern auch ein virtuelles Orchester dirigieren. Immer wieder gibt es an den verschiedenen Stationen Konzerte – und auch die Möglichkeit sich per Telefon Ausschnitte aus Musikstücken vorspielen zu lassen.

 

 

Nicht nur für Musik ist Leipzig bekannt – auch für das politische Kabarett. Eines der fünf unabhängigen Theater ist die „Leipziger Funzel“. Geleitet wird das Haus von Thorsten Wolf, der in der ARD-Serie „Tierärztin Dr. Mertens" die Rolle des Cheftierpflegers Conny Weidner spielt. Auf der Bühne setzen sich die Schauspieler im Programm „Vorsicht - Lachsalve!“ mit dem aktuellen politischen Geschehen auseinander – und teilen dabei mit viel Wortwitz geschickt in alle politischen Richtungen aus. Am Wochenende legt das Ensemble nach dem Ende des Programms ab 22:30 Uhr noch einmal nach. Bei den „Mitternachts-Sp(r)itzen" erleben die Zuschauer, was hinter den Kulissen einer psychiatrischen Klinik aus Sicht der Humoristen passiert. Auch an anderer Stelle hat Leipzig Kultur zu bieten. Am Rande der Innenstadt liegt das Krystallpalast Varieté. Noch bis Ende Oktober 2017 steht dort „DÉJÀ-VU - Die Hypnoseshow“ auf dem Programm. Trapez, Jonglage, Vertikalstange und Schleuderbrett gehören zu den akrobatischen Höhepunkten des Programms. Dann zeigt Hypnotiseur Aaron sein Können und versetzt das Leipziger Publikum in Trance.

 

 

Auch geschichtlich hat die Stadt große Bedeutung. Im Oktober 1813 fand bei Leipzig die Entscheidungsschlacht der Befreiungskriege statt. In der viertägigen Schlacht kamen fast einhunderttausend Soldaten ums Leben. Daran erinnert das 1913 eröffnete Völkerschlachtdenkmal. Das 91 Meter hohe Bauwerk beeindruckt durch seine monumentale Architektur und informiert über die Hintergründe der Völkerschlacht. Von der oberen Aussichtsplattform aus, die man über rund 500 Stufen oder mit dem Aufzug erreichen kann, bietet es einen Blick auf die ganze Stadt. Wer sich einem anderen Aspekt der Stadtgeschichte kulinarisch nähern möchte, kommt an der Leipziger Lerche nicht vorbei. Im 18. Jahrhundert wurden die Vögel in großer Zahl gefangen und als Spezialität in alle Welt exportiert. Allein im Jahr 1720 sollen mehr als 400.000 Vögel in den Leipziger Auen gefangen worden sein. Als die Population schließlich massiv sank wurde dies verboten, doch die findigen Leipziger begannen sogleich mit der Produktion von „Lerchen“ aus mit Marzipan gefülltem Mürbeteig. Diese Spezialität serviert zum Beispiel Familie Grahl im Gasthaus Barthels Hof. Der Familienbetrieb gilt als eines der ältesten Restaurants der Stadt – im Zechgewölbe wurde schon vor über 500 Jahren gespeist und getrunken. Von der Geschichte her kann es das Restaurant, das auf regionale Produkte und Rezepte setzt, damit durchaus mit Auerbachs Keller aufnehmen, dem eine Verbindung zu Goethes „Faust“ zugeschrieben wird.

 

 

Bekannt ist die Stadt, die vor über 1.000 Jahren an der Kreuzung zweier Handelsstraßen gegründet wurde, auch für ihre Messen. Während heute 30-50 Fachmessen pro Jahr auf dem außerhalb der Stadt liegenden Messegelände stattfinden, lag die Messe Anfang des 20. Jahrhunderts mitten im Stadtzentrum. Damals wurden in der Innenstadt rund 40 Messepaläste gebaut, die Fachbesucher aus aller Welt nach Leipzig führten. Am Rande der Stadt liegt auch das Panometer. In dem ehemaligen Gasspeicher wird aktuell eine Ausstellung zu Bau und Untergang der Titanic gezeigt. Historische Aufnahmen, Videos und Ausstellungsstücke nehmen die Besucher mit auf eine Reise in die Welt der Moderne. Besonders eindrucksvoll sind der 23 Meter hohe 1:1 nachgebaute, Bug des Schiffes und ein 360°-Panorama mit einem Bild der gesunkenen Titanic. Ein 15 Meter hoher Besucherturm erlaubt es, die Szene 3.800 Meter unter dem Meer aus ganz verschiedenen Blickwinkeln zu sehen.

 

 

In der neueren Geschichte war Leipzig Ausgangspunkt der Friedlichen Revolution. Schon Anfang der 80er-Jahre hatte Pfarrer Christian Führer in der Nikolai-Kirche mit Friedensgebeten begonnen. Die zogen immer mehr mit der damaligen DDR Unzufriedene an und machten schließlich den Weg frei für die Wiedervereinigung. Auf dem Kirchhof erinnert heute ein überlaufender Granitbrunnen als Symbol für den Freiheitsdrang der friedlichen Demonstranten an die Ereignisse im Herbst 1989. In deren Mittelpunkt steht die Nikolai-Kirche, in der sich fünf Baustile vereinen. So gibt es Rundbogenfenster im Stil der Romanik, Spitzbogen aus der Gotik, einen Turm aus der Renaissance mit einem Dach im Barock-Stil und einen klassizistischen Innenausbau des Kirchenschiffs.

 

 

Wer an einem Wochenende nach Leipzig kommt, kann in der Stadt eine Menge entdecken. Musik, Kultur und eine lebendige Innenstadt sorgen dafür, dass sich ein Besuch in der Universitätsstadt auf jeden Fall lohnt. Zahlreiche Hotels wie das verkehrsgünstig gelegene Intercity Hotel gleich neben dem Bahnhof bieten den Besuchern der Stadt Zimmer in allen Preisklassen.



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