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Natur wie gemalt in Winterberg


Winterberg und Umgebung haben viele Gesichter. Während sich das Sauerland im Winter in ein Ziel für Ski- und Schlittenfahrer verwandelt, gibt es auch ohne Schnee eine Menge zu entdecken. Verträumte Dörfer, die romantische Landschaft aus Bergen, Wäldern und Wiesen und eine Vielzahl von Aktivitäten laden zu einem Besuch ein. Dabei kann man Wandern, Mountain-Bike-Fahren und die Natur auf vielfältige Weise erleben.


Zu den bekanntesten Attraktionen gehört die Winterberger Bob-Bahn. Die Strecke wurde vor mehr als hundert Jahren erbaut und ist in jedem Winter Schauplatz von Rennen mit Bobs, Rennrodel und Skeletons. Rund um die Bahn ist auf dem Erlebnisberg Kappe eine auch im Sommer attraktive Erlebniswelt entstanden. In der Eisarena kann man nicht nur eine Führung buchen, bei der man mit einem fachkundigen Guide mitten durch die Bobbahn spaziert, sondern auch eine Menge anderer Dinge ausprobieren. Eindrucksvoll ist die Erlebnisbrücke. Das moderne Bauwerk 20 Meter über dem Boden bietet nicht nur eine spektakuläre Sicht über das Sauerland, sondern auch besondere Möglichkeiten für Wagemutige. Wie im Klettergarten kann man durch Tunnel krabbeln, über Brücken balancieren und am Ende der Brücke mit einer schnellen Rutsche ins Tal rasen. Wer es weniger hoch mag, findet unterhalb den Einstieg in eine Sommerrodelbahn. Ein Schlepplift zieht die Gefährte nach oben. Dann kann man im Tempo nach eigener Wahl zurück ins Tal rasen. Dort liegen ein Kiosk und eine Minigolfanlage mit vom Wetter abhängigen Öffnungszeiten. Im Sommer ist ein Bike- und Trailpark die wahrscheinlich größte Attraktion. Auf verschiedenen Strecken können Mountainbiker ins Tal fahren und sich und ihr Fahrrad anschließend mit einem Lift wieder nach oben bringen lassen. Wer das probieren möchte, braucht neben Schutzkleidung auch ein geländegängiges Fahrrad, das man vor Ort auch leihen kann. Wer weniger trainiert ist, kann den Parcours auch mit einem E-Mountainbike bewältigen. Mit dem kann man natürlich auch auf zahlreichen Radwegen und den gut ausgebauten Straßen der Region unterwegs sein und zum Beispiel zum Kahlen Asten, dem mit gut 840 Meter höchsten Berg, fahren.

 

 

In der Zeit von April bis zum 5. November 2017 gilt in der Region ein besonderes Angebot. Übernachtungsgäste von derzeit rund 80 Hotels und Pensionen bekommen von ihren Vermietern ab einem Aufenthalt von zwei Nächten kostenfrei die Sauerland SommerCard. Mit dieser kann man nicht nur kostenfrei Bus fahren, sondern rund 40 Attraktionen in der Region ohne weitere Kosten besuchen. Eines der Hotels ist das Landhaus Liesetal. Thorsten Dollberg und seine Frau Iris geben dem Hotel in Hallenberg-Liesen einen familiären Charme. Das Hotel liegt in in einer ruhigen Straße direkt an einem Bach, den man Tag und Nacht beruhigend plätschern hört. Wer mag, kann in der direkten Umgebung auf Wanderschaft gehen. Ein Stück oberhalb liegt eine kleine Kirche, deren Vorraum rund um die Uhr geöffnet ist. Auf den Wiesen tummeln sich Pferde und Kühe. In den Abendstunden lassen sich Fledermäuse bei ihrem lautlosen Flug beobachten. Zum Frühstück erwartet Familie Dollberg ihre Gäste unter anderem mit hausgemachter Wurst und Marmelade. So kommt neben Löwenzahn-Gelee auch Apfel-Birne-Estragon-Aufstrich auf den Tisch.

 

Für abenteuerlustige Urlauber lohnt sich ein Besuch am Hillesee in Niedersfeld. Unter dem Label „Wake & Water“ bieten Michael Mäder und sein Team auf dem Stausee die Möglichkeit auf einer 810 Meter langen Bahn Wasserski zu fahren. Wer sich schon auskennt, kann sich bei den beiden Ausrüstung leihen und nach der Sicherheitseinweisung gleich auf´s Wasser gehen. Für Anfänger gibt es einen zweistündigen Schnupperkurs. Der beginnt mit der Theorie und beinhaltet ein intensives Coaching, das nicht nur begabte Sportler dazu bringt, über das Wasser zu gleiten. Je nach Talent schafft man zu Beginn nur einige Meter über Wasser oder wagt sich schon in der ersten Stunde in die ersten Kurven. Mit geschultem Blick und motivierenden Worten bringt Michael seine Schützlinge dazu, mit jedem Versuch besser zu werden und Freude am Wasserski-Fahren zu finden. Im Neoprenanzug kann man auch bei frischeren Temperaturen Spaß am Hillesee haben. Wer es gemütlicher angehen möchte, kann statt Ski oder Wakeboard auch ein Knee-Board ausleihen, auf dem man sich im Knien über den See ziehen lässt.

 

Nach Stunden auf und im Wasser lockt die Wärme. Die findet man zum Beispiel bei der Winterberger Rasul Zeit. Bei dieser Spa-Anwendung hat man gut zwanzig Minuten Zeit, um sich in einem an eine Dampfsauna erinnernden Raum zunächst mit Salz einzureiben, um die Haut zu peelen. Anschließend steht eine Ganzkörper-Schlammpackung bereit, mit der man sich von Kopf bis Fuß einschmieren kann. Zum Ende der Anwendung sorgt eine milde Regendusche dafür, dass man wieder von Salz und Schlamm befreit wird. Bis in den Abend geöffnet ist das subtropische Schwimmbad des Center-Parcs. Innen- und Außenbecken, mehrere Rutschen und Whirlpools sorgen für Abwechslung im warmen Wasser und bringen müde Muskeln wieder in Schwung. Schließlich gibt es am nächsten Tag noch mehr zu entdecken in der Region rund um Winterberg.

 

 

Einen Zwischenstopp wert ist zum Beispiel der Luftkurort Nordenau. Gleich hinter der Kirche des beschaulichen Ortes liegt der wieder aufgebaute Bergfried der Burganlage. Eine über mehrere Treppen erreichbare Plattform auf dem alten Mauerwerk ist ein schöner Aussichtspunkt ins Nesselbachtal. In dem liegt auch der Landschaftskurpark des Ortes. In der grünen Landschaft gibt es Sitzgelegenheiten und andere Möglichkeiten zu entschleunigen. Mehrere Forellenteiche sind frei zugänglich, sodass man den Fischen zuschauen und sie bei vereinzelten, kraftvollen Sprüngen über das Wasser beobachten kann. Wer länger in dieser Idylle bleiben möchte, kann zum Beispiel bei Günter Schnurbus in der von seiner Frau liebevoll gestalteten Pension Beste-Schnurbus übernachten. Von dort geht es weiter in die Wisent-Wildnis. Durch das abgezäunte Gebiet führt ein rund drei Kilometer langer Rundwanderpfad. Nicht nur Fotografen können am Rothaarsteig in Wingeshausen Natur erleben. Auch für Familien und andere Urlauber lohnt sich der Besuch. Wer sich auf die Suche nach der aktuell aus zehn Tieren bestehenden Wisent-Herde machen möchte, sollte feste Schuhe anziehen, denn auf dem nicht befestigten Rundweg geht es bergauf und bergab. In der Natur gibt es eine Menge zu entdecken. Pilze, Moose und natürlich die Wisente faszinieren die Fotografen. Wanderer begeistern sich für die Talquerung und den Weg auf einen majestätischen Fels. Auf dem „Pirschweg“ am Ende der Runde sind für junge Besucher im Dickicht Gegenstände versteckt. Neben den erwachsenen Tieren ist mit dem Jungtier Quen aus dem Frühjahr 2017 auch ein junges Kalb zu sehen. Erreichen kann man die Wisent-Wildnis auch mit einem Elektroauto, dass die „Erlebniswelt Winterberg“ an ihre Gäste verleiht. Wer sich für die Fahrt mit dem komfortablen Flitzer entscheidet, sollte aber stets den Ladestand im Auge behalten. Da die vielen Berg- und Talfahrten im Sauerland deutlich mehr Strom fressen als eine Fahrt in der Ebene, kann es sonst passieren, dass man einen überraschenden Ladestopp einlegen muss.

 

 

Zu den Klassikern des Sauerlandes gehört auch die Ruhrquelle. In der Nähe liegt nicht nur die Ruhrquell-Hütte für eine Einkehr, sondern auch die Anfahrtsstecke der Mountaincarts. Mit dem Sessellift geht es einen Hügel hinauf. Dort stehen nach Größe sortiert die Mountaincarts. Diese erinnern an Kettcarts – nur ohne Antrieb, da es nur bergab geht. Schnell findet man heraus, dass die beiden Bremsen sich hervorragend zum Driften und damit zum Lenken eignen und hat eine Menge Spaß bei der Abfahrt zurück ins Tal. Wer die Quelle besuchen möchte, kann auf einem gut ausgeschilderten Wanderweg vorbei an Magerwiesen und Waldstücken bis zur offiziellen Quelle wandern. Diese ist mit Steinen eingefasst und daher ein guter Treffpunkt für müde Wanderer. Auf eigene Faust oder bei einer der zahlreichen geführten Wanderungen kann man das Sauerland entdecken und das Landschaftspanorama der malerischen Gegend genießen.



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