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Blitzhypnose – Vom Anfänger zum Hypnotiseur


Wer Hypnose nicht für eine Therapie, sondern zu Unterhaltungszwecken anwenden möchte, kann bei einem zweitägigen Seminar von „Hypno2Go“ erste Praxiserfahrung sammeln. Während andere Seminaranbieter auf ausgefeilte Theorie setzen, konfrontieren Dennis Vieten und Ananda Serce ihre Seminarteilnehmer noch während des Seminars bei der Street-Hypnose mit am Thema interessierten Passanten. Aus dem geschützten Umfeld des Seminarraums geht es gemeinsam in die Fußgängerzone. Das kostet Überwindung, sorgt aber dafür, dass aus Methodenkompetenz echte Praxiserfahrung wird. Mit dem gelungenen Konzept sorgt „Hypno2Go“ dafür, dass die Seminarteilnehmer nach dem Training bereit sind für die nächsten Schritte.


HYPNO2GO – Seminar Streethypnotic 2017

 

Das Seminar beginnt im Foyer des Tagungshotels. Um einen kleinen Tisch sitzen und stehen die erwartungsfrohen Seminarteilnehmer mit den Trainern. Schon in den ersten Minuten wird gefachsimpelt, diskutiert und über Erfahrungen und Erwartungen berichtet. Dann geht es in den Seminarraum. Mit leichter Verspätung, in der auf weitere Teilnehmer gewartet wird, beginnt die Präsentation anhand der Teilnehmerunterlagen, die jeder Teilnehmer mit einem passenden T-Shirt auf seinem Platz gefunden hat. „Wenn man ein Buch liest und dabei die Zeit vergisst, ist man schon in leichter Trance“, erklärt Dennis Vieten die erste Stufe der Hypnose. Erst tiefere Stufen erlauben es Hypnotiseuren mit Hilfe von Suggestionen Einfluss auf ihr Gegenüber zu nehmen. Der 33jährige Dennis Vieten aus Neuss verspricht, dass man andere mit der Blitzhypnose „schnell wegbeamen und wegballern kann“. Anhand von Videos geht es dann um die Geschichte der Hypnose beginnend mit den frühen Kulturvölkern. Dann wird es wieder interessanter. Mit der Prämisse „Wir setzen keine Suggestionen, die böse sind“ erklärt das Seminar die Besonderheiten der Showhypnose und grenzt diese zur therapeutischen Hypnose ab.

 

HYPNO2GO – Das Teilnehmerfeld

 

Das Feld der Teilnehmer ist bunt gemischt von reicht von der Heilpraktikerin, die die eigene Angst vor der praktischen Hypnose ablegen möchte, bis hin zum 16jährigen Schüler, der sich als Hobby mit Hypnose und Zauberei beschäftigt. Keine Erfahrung trifft auf 20 Jahre Hypnoseerfahrung. Technische Angestellte stoßen auf Studierende und die auf Psychologen und Coaches. Dabei bleibt die Gruppe erfreulich klein. Maximal 12 Teilnehmer nehmen die Hypno2Go-Gründer mit auf ihre Reise in die Welt der Hypnose. Die Ergebnisse erleben sollen auch Freunde und Bekannte der Seminarteilnehmer. Mit von den Trainern bereitgestelltem Material haben diese in den Wochen vor dem Seminar die Erwartungshaltung ihres Umfeldes in Schwung gebracht. 60-70 Interessierte haben deshalb über die sozialen Medien ihr Kommen angekündigt.

 

HYPNO2GO – Hintergrundwissen

 

Zum Seminar gehört auch eine Kurzeinführung in rechtliche Themen. So gilt es insbesondere abzugrenzen zwischen Spaßhypnose, die in Deutschland jedermann erlaubt ist, und der Diagnose und Behandlung von Angst, Sucht und anderen Krankheiten. Für diese braucht man eine spezielle Heilerlaubnis. Wer diese nicht hat, wird beim Seminar ausdrücklich davor gewarnt, Grenzen zu überschreiten. Anhand verschiedener Beispiele wird vorgestellt, was man unter welchen Voraussetzungen anbieten darf. „Es gibt viele Neider, die genau darauf achten, dass man keine Regeln verletzt“, weiß Dennis Vieten, der auch die mit Hypnose verbundenen Gefahren vorstellt. Dabei geht es nicht nur um schlechte Suggestionen, sondern auch um vermeidbare Stürze. „Wie müssen auf die Menschen aufpassen“, appelliert Dennis Vieten an seine Seminarteilnehmer, der auch bei anderen Hypnotiseuren übliche Handlungen wie das Anpusten der Hypnotisanden deutlich kritisiert. „Das ist das Ekeligste was es gibt“, warnt er vor der Verbreitung von Grippe und Schnupfen durch unbedachtes Pusten. Nicht umsonst steht für den Praxistag auch Desinfektionsspray bereit – schließlich werden die Teilnehmer vielen Wildfremden die Hand geben.

 

HYPNO2GO – Convincer und Induktionen

 

Anschließend gehen Dennis Vieten und Ananda Serce von den Hintergrundinformationen zur praktischen Anwendung über. Selbst wer vorher aufgrund der größtenteils abgelesenen Informationen aus dem Skript noch Zweifel hatte, kann sich nun von der Erfahrung der beiden überzeugen lassen. Kompakt stellt der 35jährige Ananda Serce nicht nur die Schritte der Straßenhypnose vor, sondern gibt auch viele praktische Tipps. Schon bei der Auswahl der Kandidaten für eine Hypnose kommt es auf die Details an. Wie bei einer Ampel unterscheiden die Seminarleiter zwischen nicht geeigneten, bedingt geeigneten und gut geeigneten Kandidaten. Wer das beherzigt könne deutlich mehr Leute aus dem Publikum abholen. „Ihr müsst sehr selbstsicher vor den Leuten stehen. Wenn diese Unsicherheit spüren wird es schwieriger“, mahnt Ananda Serce. Dann geht es um das Vorgespräch, das bei der Straßenhypnose naturgemäß kompakt ausfällt. Ist man einmal ins Gespräch gekommen, können sogenannte Convincer dabei helfen, den Kandidaten tiefer in den Bann des Hypnotiseurs zu ziehen. Im Seminar werden drei davon vorgestellt. Dann dürfen die Teilnehmer untereinander üben und ihre Fragen stellen. Nächstes großes Thema sind die Induktionen, die die Kandidaten in Trance bringen sollen. Fünf verschiedene werden in den Seminarunterlagen vorgestellt, doch schnell wird klar, welche die Seminarleiter bevorzugen. Dennis Vieten sieht im Drop-Back sein „Lieblingsding mit dem größten Showeffekt“. Sein Kollege kommentiert den Raketenstart mit „Ist geil, ne?“ Bei der anschließenden Übungsrunde können die Teilnehmer selbst auswählen, welche der Induktionen sie ausprobieren wollen. Da viele Induktionen vom Überraschungseffekt leben, geht es dabei weniger um eine tiefe Trance als um Routine bei Worten und Bewegungen.

 

HYPNO2GO – Von der Theorie in die Praxis

 

Ziel ist dabei nicht das Auswendiglernen. „Nicht Nachplappern“, rät Ananda Serce. Anschließend wird die für jede Trance notwendige Vertiefung erklärt. Diese gibt dem Probanden verbale Orientierung nach dem Eintritt in die Trance. Gar nicht viel Zeit in Anspruch nimmt ein Exkurs in die eigentlichen Suggestionen. Diese Experimente werden an vier Beispielen, bei denen ein Arm temporär versteift, eine Zahl oder der eigene Name vergessen wird und ein geschenkter Stift plötzlich unendlich wertvoll erscheint, erklärt. Eine Liste mit weiteren Ideen für Suggestionen rundet den Impuls zu diesem Thema ab. Schließlich geht es noch um die Auflösung der Hypnose zum Abschluss der Experimente. Schließlich verraten die Seminarleiter auch, um was es beim „Perception Code“ für besonders tiefe Trance geht. Zum Abschluss des Seminartages gegen 21:30 Uhr folgt ein Ausblick. Der nächste Tag soll erste Praxiserfahrung und Erfolgserlebnisse ermöglichen, versprechen die Seminarleiter und verabschieden die Teilnehmer mit dem Hinweis, das inhaltlich gelungene, sprachlich aber noch klar verbesserungsfähige Seminarheft noch einmal gründlich zu lesen.

 

HYPNO2GO – Der Praxistag

 

Am Praxistag treffen die Teilnehmer sich um 10:30 Uhr in einem Café. An einem langen Tisch erinnern Dennis Vieten und Ananda Serce die Teilnehmer an die wichtigsten Schritte bei der Hypnose und beantworten Fragen. „Ich war selbst noch nie hypnotisiert“, bekennt Dennis Vieten bei der knapp einstündigen Auffrischung. Dann geht es auch schon ins benachbarte Einkaufszentrum. Dort hat Hypno2Go neben dem Eingang eine kleine Fläche angemietet, auf der sich die mit einheitlichen Shirts ausgestatteten Teilnehmer einfinden. Mit dabei sind ehemalige Teilnehmer und aktive Hypnotiseure, die den Neulingen über die Schulter schauen und diskret mit Tipps und Anregungen unterstützen. Dann wird es ernst: Die ersten Passanten haben die Hypnotiseure entdeckt und bleiben neugierig stehen. Während manche Teilnehmer sich noch schüchtern zurückhalten, wagen andere ein erstes Gespräch und beginnen die Convincer auszuprobieren. Auch die Seminarleiter zeigen ihr Können, sodass die ersten Passanten schon bald in Trance auf dem Boden des Einkaufszentrums liegen. Schnell erkennt man beim Blick ins Publikum, wer für ein Gespräch oder eine Hypnose bereit sein könnte. Dabei zeigen die Convincer oft schon, wo es sich lohnt weiterzumachen und wo man sich freundlich verabschiedet. Nicht nur die enge Betreuung durch die erfahrenen Hypnotiseure macht die Experimente für die Seminarteilnehmer zum Vergnügen. Ihnen stehen Requisiten vom „unendlich schweren“ Plastikhammer über Spielkarten bis hin zu kleinen Plastikpferden zur Verfügung. Nach und nach gewinnen so alle Teilnehmer das nötige Selbstvertrauen, um Passanten anzusprechen und diese zu hypnotisieren. Während manchen ihre ersten Schritte und vor allem Leerhypnosen machen, greifen andere zu ausgefeilten Suggestionen und bringen die Passanten zum Staunen.

 

HYPNO2GO – Das Résumé

 

Als das Seminar mit einer Abschlussrunde nach mehreren Stunden Praxiserfahrung zuende geht, sind die meisten Teilnehmer begeistert. Sie haben nicht nur in der Theorie gelernt, wie man in kürzester Zeit hypnotisiert, sondern auch mit den Passanten wertvolle Erfahrungen gesammelt. Zum Abschluss überreichen die Veranstalter jedem Teilnehmer eine schön gestaltete, aber nicht fehlerfreie Urkunde. Trotzdem sind die Teilnehmer begeistert vom Seminarkonzept, von der echten Praxiserfahrung und dem Erlebnis Straßenhypnose. Dennis Vieten verspricht zudem ein Video aus den Aufnahmen vom Tag zu schneiden und zu veröffentlichen – was er prompt einen Tag später einlöst. Der Seminarpreis von 299 Euro gibt den Teilnehmern die Möglichkeit auch bei kommenden Seminaren dabei zu sein, Anfänger bei den allerersten Schritten zu unterstützen und zusätzliche Erfahrung zu sammeln. Das kann man – ausgestattet mit Hypnose-Shirt und Selbstbewusstsein – aber auch unabhängig davon im eigenen Umfeld.



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